Alles begann Ende 2016 – der Wunsch nach einer Gesellschaft, die mutig und kreativ die Herausforderungen der Zukunft meistert.
Als Architektin fiel Monika Schatte Baumgartner bei der Einschulung ihrer Tochter das Klassenzimmer sofort ins Auge – nichts hatte sich verändert. Monika fühlte sich augenblicklich um 30 Jahre zurückversetzt, direkt in ihre eigene Schulzeit.
Gleichzeitig war sie in ihrem beruflichen Alltag ständig mit Veränderungen konfrontiert – von neuen Arbeitsstrukturen bis hin zur Digitalisierung.
Die Frage liess sie nicht mehr los: Wie sieht ein Raum aus, der unsere Kinder inspiriert, unsere Welt zu entdecken?
Neben ihrer Tätigkeit als Architektin tauchte Monika tief in die Welt des kindlichen Lernverhaltens ein, studierte neue Schulkonzepte und entwickelte daraus das eduLAB-Konzept:
Ein Raum mit flexibler Möblierung, ein Workshop-Format, das auf den methodischen Ansätzen von Design Thinking basiert und von Coaches sowie Ermöglicher:innen begleitet wird. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Future Skills wie Kreativität, kritischem Denken und Selbstwirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen.
Zwei Jahre lang begleiteten sie diese Gedanken auf ihrer Reise der Konzeptentwicklung. Im November 2019 war es dann soweit - die Gründung des Vereins Creative Kids.
Mit der Unterstützung der Gebert Rüf Stiftung und der Christoph Merian Stiftung begann der Aufbau des ersten Standorts – ihre Zusage war der Startschuss für das erste eduLAB in Basel.
Die ersten Präsentationen in Schulen stiessen zwar auf Interesse, doch fehlte oft die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Als Organisation ausserhalb des Schulsystems hatte Creative Kids keine offizielle Stimme, obwohl viele den Bedarf für diesen neuen Ansatz erkannten.
So wurde der Aufbau einer Non-Profit-Struktur und die gezielte Suche nach Stiftungsgeldern unerlässlich. Mit der Förderzusage beider Stiftungen im November 2019 konnte Monika schliesslich die Realisierung des ersten Standorts in Basel in Angriff nehmen.
Mit der Zusage der Stiftungsgelder konnte es nun richtig losgehen. Es brauchte einen passenden Raum, eine detaillierte Planung, ein erstes Team – und Klassen, um die Formate zu testen. Plötzlich war Monika alles in einem: Entwicklerin, Kostencontrollerin, Planerin und Projektleiterin.
Im Januar 2020 fand sie in Basel schnell eine geeignete Location. Der Umbau dauerte zwei Monate, die Planung und Beschaffung des Mobiliars sowie des Workshop-Materials weitere fünf.
Eine Zeit, in der jede Herausforderung zur Chance wurde – getragen von Energie, Improvisation und dem unerschütterlichen Glauben an die gemeinsame Vision.
Mitten im Corona-Lockdown übernimmt Florian Baumgartner die Weiterentwicklung von Creative Kids und initiiert ein Co-Creation-Team aus engagierten, kreativen Ehrenamtlichen. Bis zum Ende der Co-Creation-Phase wuchs die Gruppe auf insgesamt 50 Menschen, die das Projekt tatkräftig unterstützten.
Viele von ihnen hatten durch den plötzlichen Stillstand freie Kapazitäten und suchten nach sinnstiftenden Aufgaben.
Florian bringt seine wertvolle Erfahrung als Facilitator ein und bündelt die Energie der Community, um gemeinsam das eduLAB-Raumkonzept weiterzuentwickeln und neue Workshop-Formate für das Projekt zu gestalten.
Nach drei Monaten intensiver Sprint-Wochen, die ausschliesslich in Online-Meetings stattfanden, traf sich das Team im Juni 2020 erstmals persönlich in Basel.
In Arbeitsgruppen entwickelten sie neue Formate, erarbeiteten eine Customer Journey und ein erstes Multiplikatorenkonzept – und legten so das Fundament für den operativen Start des eduLAB-Konzepts.
Die Vielfalt der Perspektiven und das starke ehrenamtliche Engagement der Gruppe prägten diese entscheidende Phase der Entwicklung.
Während der Co-Creation-Phase brachten viele ehrenamtliche Unterstützer:innen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in das Projekt Creative Kids ein.
Adrian Anthamatten war eine dieser engagierten Personen.
Schon bald übernahm Adi Verantwortung bei der Organisation und Moderation der Co-Creation-Meetings und begleitete verschiedene Themenbereiche, darunter Social Media, Community Building, Formatentwicklung und Multiplikation.
Im August wurde er schliesslich als erster offizieller Mitarbeiter ins Team aufgenommen – ein wichtiger Schritt für den Aufbau und den operativen Betrieb von Creative Kids.
Mit Beginn des neuen Schuljahres im Sommer 2020 öffnete das eduLAB in Basel seine Türen für Schulklassen, Lehrpersonen und Kinder aus dem Quartier.
Alle waren begeistert von den Angeboten, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden.
Und es war ein spannender und lehrreicher Prozess, die Komplexität etablierter Formate aus der Erwachsenenwelt für die Kinderwelt zu adaptieren.
Eine erfolgreiche WeMakeIt-Kampagne zum Jahresende 2020 verschaffte uns breite Sichtbarkeit in Bildung, Politik und Wirtschaft. We made it!
Die Kampagne eröffnete zusätzlichen finanziellen Spielraum und entfachte neue Energie sowie eine spürbare Aufbruchsstimmung im gesamten Team.
Im Jahr 2021 folgte die Zusage des Migros Pionierfonds – und damit die grossartige Chance, das eduLAB-Konzept in der deutschsprachigen Schweiz zu skalieren und auszurollen.
Die Zusage kam genau zur richtigen Zeit, um die Vision von Creative Kids über Basel hinaus zu tragen. Schon während der Aufbauphase hatten erste Teams aus anderen Regionen ihr Interesse bekundet, was deutlich zeigte, dass Kinder, Lehrpersonen und Schulen bereit für innovative Lernformate waren.
Danke, für die wertvolle Unterstützung und den Glauben an unser Projekt.
Im September 2021 lancierte Creative Kids in Basel den ersten eduJAM – eine Action-Konferenz zum Thema Gamification.
Gemeinsam mit dem international bekannten Gamification-Experten Roman Rackwitz sowie weiteren Fachpersonen aus Bildung, Spielentwicklung und Organisationsentwicklung erkundeten die Teilnehmenden, wie spielerische Prinzipien in Schule und Arbeitswelt integriert werden können.
In praxisnahen Sessions wurden Game-Mechaniken erlebbar gemacht und konkrete Ideen für Unterricht und Teamarbeit entwickelt.
Der eduJAM verbindet Lern- und Lebenswelten und zeigte eindrucksvoll, wie Gamification Motivation, Partizipation und die Förderung von Future Skills unterstützen kann.
Im November 2021 verstärkte Claudio Dulio das Creative Kids-Team und übernahm die Verantwortung für den Bereich Kommunikation.
Mit seiner Erfahrung und seinem Engagement trug er entscheidend dazu bei, unsere Botschaften klarer und wirkungsvoller nach aussen zu transportieren. Durch seine gezielten Kommunikationsstrategien konnten wir unsere Anliegen nicht nur sichtbarer machen, sondern auch eine grössere Resonanz in der Öffentlichkeit erzielen.
Dieses Vorgehen zeigte eindrücklich, dass durchdachte und konsequente Kommunikation ein zentraler Hebel ist, um Ideen und Projekte erfolgreich zu verankern und ihre Wirkung nachhaltig zu steigern.
Im März 2022 organisierte Creative Kids im INNOSpace der Gurtenbrauerei in Bern den zweiten eduJAM – diesmal mit dem Schwerpunkt Edupreneurship.
Unter dem Motto „No Blah, Just Do!“ arbeiteten Lehrpersonen, Innovator:innen und Bildungsinteressierte in interaktiven Workshops und Challenges an konkreten Lösungen für den Bildungsalltag.
Unterstützt von lokalen Partnern und Expert:innen entstand ein Raum, in dem Lern- und Lebenswelt erneut eng miteinander verknüpft wurden. Der eduJAM in Bern setzte ein weiteres starkes Zeichen für die Bedeutung von Future Skills und praxisorientierten Formaten im Schulkontext.
Mit der Eröffnung des eduLAB-Standorts in Thun hat Creative Kids einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Zum ersten Mal wird das Konzept ausserhalb von Basel im operativen Betrieb umgesetzt – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Verbreitung unserer Vision.
Sophie Bürgin, Jonas Studer und Simon Hirter vom Team Thun übernehmen nicht nur den Betrieb vor Ort, sondern bilden zugleich das erste Team im Rahmen unseres Skalierungskonzepts.
So wird aus einer einzelnen Idee ein wachsendes Netzwerk.
Im September 2022 fand der dritte eduJAM von Creative Kids statt – diesmal mit dem Fokus auf Augmented Learning. Unter dem Leitgedanken, Inhalte nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar und erfahrbar zu machen, arbeiteten die Teilnehmenden in interaktiven Workshops.
Sie entdeckten, wie digitale Innovationen wie Augmented Reality (AR) und Künstliche Intelligenz (KI) das Lernen lebendiger gestalten können. In praxisnahen Sessions entwickelten sie eigene AR-Lernräume und diskutierten deren Potenzial für den Schulalltag.
Der eduJAM zeigte eindrücklich, wie innovative Technologien Lernen neu gestalten und junge Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten können.
Im November 2022 organisierte Creative Kids gemeinsam mit dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH) in der Umwelt Arena Spreitenbach den bislang grössten Design Thinking Workshop im Schweizer Bildungsbereich.
Über 400 Schulleitende arbeiteten in Teams an praxisnahen Lösungen zu Themen wie Werteorientierung, Zusammenarbeit und Schulentwicklung. Unterstützt von digitalen Tools und ehrenamtlichen Co-Facilitators wurde Design Thinking als kreative, nutzerzentrierte Denkweise erlebbar.
Der Workshop stärkte die Sichtbarkeit von Creative Kids und unterstrich die Bedeutung von Future Skills im Bildungsdiskurs.
Am 24. März 2023 fand im Kraftwerk Zürich der vierte und letzte eduJAM von Creative Kids statt.
Unter dem Motto Kollaboration arbeiteten über 100 Teilnehmende aus Bildung, Wirtschaft und Innovation in interaktiven Workshops an praxisnahen Lösungen für die Zusammenarbeit im Bildungsalltag.
Im Fokus standen Methoden wie Purpose-driven Collaboration, die den Sinn und die Zielorientierung von Teams stärken und kreative Lösungsansätze fördern. Die Teilnehmenden erlebten, wie durch gemeinsames Handeln neue Lern- und Arbeitswelten entstehen können.
Auch die letzte Ausgabe des eduJAM setzte einen starken Impuls für Kollaboration und Future Skills im Bildungswandel und zeigte eindrücklich, wie gemeinsames Handeln innovative Lern- und Arbeitswelten gestalten kann.
2023 war ein besonderes und wichtiges Jahr.
Mit der Förderung des Migros Pionierfonds im Sommer 2021 hatten wir uns verpflichtet, eine nachhaltige Finanzierungsstrategie aufzubauen, zu testen und umzusetzen. Im Sommer 2023 schien diese Strategie aufzugehen. Doch die überraschende Absage der zugesagten Folgefinanzierung traf das gesamte Team mitten im Aufbau – ein harter Rückschlag.
Statt aufzugeben reagierte das Team jedoch schnell, passte den Betrieb an und entdeckte neue Wege.
War all der Aufwand umsonst? Ganz sicher nicht.
Strategische Entscheidungen ermöglichten es, dass die Projekte und Marken von Creative Kids weiterbestehen und sich weiterentwickeln konnten. So konnte die Legacy von Creative Kids nachhaltig gesichert und lebendig gehalten werden.
Mit der Eröffnung des dritten eduLAB-Standorts in Bern wächst das eduLAB-Netzwerk weiter. Nach Basel und Thun setzen nun Miriam Wälti und Andrea Berset als nächstes Team das skalierbare Konzept im operativen Alltag um – und bringen dabei ihre eigenen Perspektiven und regionalen Stärken ein.
Das eduLAB Bern steht beispielhaft für die Weiterentwicklung unseres Social-Franchise-Modells und zeigt eindrücklich: Die Vision von Creative Kids lässt sich flexibel und nachhaltig in unterschiedlichen Kontexten umsetzen. Damit machen wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer landesweiten Bewegung.
Weitere eduLAB-Standorte werden folgen. 🚀
Die Reise von der Idee zur Skalierung des eduLAB war alles andere als einfach.
Herausforderungen wie die Sicherung einer stabilen Finanzierung zeigten, wie schwer es ist, innovative Bildungsformate in bestehende Strukturen einzubetten. Und doch: Der Einsatz hat sich gelohnt. Auf diesem Weg durften wir viele Menschen inspirieren – und das eduLAB lebt heute als kraftvolles Angebot weiter. Getragen von einer klaren Vision und dem unermüdlichen Einsatz all jener, die an eine bessere Bildung glauben.
Der Verein Creative Kids wird im November 2025 aufgelöst. Doch das eduLAB lebt weiter – als Idee, als Wirkung und als Inspiration für neue Wege in der Bildung.
Aus einer starken Vision für den Bildungswandel und die Förderung von Zukunftskompetenzen sind im Laufe der Zeit zahlreiche Projekte und Initiativen entstanden. Sie alle tragen denselben Gedanken weiter: junge Menschen und ihre Begleiter:innen zu ermutigen, kreativ zu denken, mutig zu handeln und die Welt aktiv mitzugestalten. Dabei verbinden sie Lern- und Lebenswelten, eröffnen neue Begegnungsräume und machen Zukunft unmittelbar erlebbar. Diese Projekte zeigen, wie aus Ideen Bewegung wird – vielfältig, regional verankert und offen für alle, die Zukunft neu denken und gestalten wollen.
Der futureskillhub ist eine digitale Plattform, auf der sich herausragende Projekte, Initiativen, Lernorte, Schulen sowie Freizeit- und Ferienangebote entdecken lassen, die sich für die Förderung von Zukunftskompetenzen einsetzen und junge Menschen stärken. Die Plattform bietet eine Übersicht über vielfältige Angebote und Veranstaltungen in verschiedenen Regionen sowie Inspirationen, die es wert sind, entdeckt und besucht zu werden.
Das eduLAB ist ein innovativer Lernort, der Schulklassen, Lehrpersonen und Jugendlichen praxisnahe Workshops bietet. Mit Methoden wie Design Thinking und LEGO® Serious Play werden kreative Lösungsansätze für den Bildungsalltag entwickelt. Erfahrene Coaches begleiten die Teilnehmenden auf inspirierenden Lernreisen. Die Angebote sind kompatibel mit dem Lehrplan 21 und stärken wichtige Zukunftskompetenzen.
Die InnoGarage ist eine kreative Startrampe für alle, die ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Hier entdeckst du kostenlose Workshops, Projekte und Formate, die dich dabei unterstützen, deine Zukunftskompetenzen zu entwickeln, neue Ideen auszuprobieren und dein Potenzial voll auszuschöpfen. Ob Schule, Freizeit oder eigene Projekte – die InnoGarage bietet Inspiration und Raum, um mutig zu starten und Neues zu bewegen.